Skip to main content English

Therapie


Die Therapie rheumatischer Erkrankungen zielt auf die Beherrschung der Symptome (Schmerzen, Steifheit, Schwäche, Bewegungseinschränkungen, Funktionsverlust etc.) und auf die Unterbrechung der Krankheitsmechanismen (Entzündungshemmung, Verhinderung der Zerstörung von Organstrukturen und -funktion) ab. Dem zufolge sind einerseits Medikamente, andererseits begleitende „nicht-medikamentöse“ Modalitäten im Einsatz.

Zu letzteren gehören die Physiotherapie, die physikalische Therapie, die Ergotherapie, die Diätetik, die Verhaltenstherapie, psychologische Beratung und/oder Interventionen und (als eine komplexe Kombination all dieser Maßnahmen) die Rehabilitation. Ziel der Gesamtheit der therapeutischen Interventionen ist nach modernem Verständnis von Krankheit oder Gesundheit als bio-psycho-sozialer Interaktionsprozess der Erhalt oder die Wiedererlangung der „Teilhabe“ am Leben.

Medikamentöse Therapie

Ein „Hauptpfeiler“ der Therapie rheumatischer Erkrankungen ist die Verordnung von Medikamenten. Unterschiedliche Krankheitszeichen und –symptome sprechen naturgemäß auf Arzneimittel mit unterschiedlichen Wirkungen an. Zur Therapie von SCHMERZEN sind die „nicht-steroidalen“ (also cortisonfreien) Antirheumatika (NSAR) am weitesten verbreitet. Aber auch „reine“ Schmerzmittel wie Paracetamol, Metamizol oder starke Schmerzmittel aus der Gruppe der morphiumartigen Stoffe werden eingesetzt. Wenn eine ENTZÜNDUNG als Hauptmechanismus der Erkrankung anzusehen ist, ist die Anwendung von Cortison oder einer seiner chemischen Verwandten (die sogenannten Glucocorticoide) angezeigt. Dies bessert oft sehr rasch die Krankheitssymptome und kann auch ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Glucocorticoide sind bis heute die wirksamsten Entzündungshemmer.
Leider werden Glucocorticoide oft nicht in der nötigen Dosis vertragen bzw. die Nebenwirkungen überwiegen oft die erwünschten Wirkungen. Daher müssen Cortison-sparende Medikamente (oft in Kombination mit Glucocorticoiden) eingesetzt werden

Da diese Medikamente ebenso wie die Glucocorticoide krankheitsmodifizierende Wirkung haben, werden sie als „disease modifying antirheumatic drugs“, abgekürzt DMARDs, bezeichnet. In den vergangenen Jahren hat hier die Biotechnologie massive Fortschritte erzielt: während früher die Wirkung von DMARDs auf rheumatische Erkrankungen oft durch das Verfahren „Versuch und Irrtum“ entdeckt wurde, sind durch das bessere Verständnis von Erkrankungsmechanismen und den Einsatz von biotechnologischen Verfahren wie die gentechnische Herstellung von Antikörpern heute gezielte Eingriffe in die Krankeitsmechanismen möglich. Solcherart hergestellte DMRDs werden als „biologisch“ („Biologicals“ oder bDMARDs) bezeichnet, im Gegensatz zu den chemisch synthetisierten „sDMARDs“. Eine Untergruppe dieser sDMARDs wird wegen ihrer profunden dämpfenden Wirkung auf das Immunsystem auch als „Immunsuppressiva“ bezeichnet

Ergo- und physikalische Therapie
Neben der medikamentösen Basistherapie dient eine gezielte Ergotherapie beziehungsweise Physiotherapie dazu Patienten mit rheumatischen Erkrankungen bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen und somit zu einer Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. Ziele dieser Therapie sind die Linderung der Schmerzen durch Bewegung oder physikalische Maßnahmen, was zu einer Verbesserung der Beweglichkeit führen soll. Während bei entzündlichen Erkrankungen die Aufrechterhaltung der Gelenksfunktion im Vordergrund steht, ist bei degenerativen Erkrankungen wie der Arthrose die Stabilisierung der Muskulatur um das abgenützte Gelenk Mittelpunkt der Therapie. Eine langjährige und gute Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation am AKH Wien erlaubt die Erstellung eines individuellen Therapieplanes.
Zu den wichtigsten Therapeutischen Maßnahmen zählen hierbei:
Physiotherapie: dient zur Verbesserung der Gelenksbeweglichkeit, der Muskulatur und der Bewegungsabläufe und somit einer Reduktion der Schmerzen. Ergotherapie: durch Erlernen von gelenkschonenden Verhaltensweisen, Anpassung der häuslichen und beruflichen Umgebung sowie therapeutischen Übungen soll eine Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit im Alltag erreicht werden. Zusätzlich kann durch eine individuelle Schienenanpassung Erleichterung erreicht werden. Wärme- und Kältetherapie: sowohl durch Wärmetherapie als auch durch Kältetherapie soll eine Schme...