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Kapselendoskopie

Allgemeine Information
Bei der Kapselendoskopie handelt es sich um eine besondere Form der Endoskopie zur Visualisierung des Magen-Darm-Trakts: es wird eine Kapselkamera geschluckt, die auf ihrem Weg durch Magen, Dünndarm und Dickdarm automatisiert Bilder der Schleimhaut aufnimmt und diese nach außen an einen tragbaren Datenrekorder sendet. Diese Aufnahmen werden später von einem Arzt durchgesehen und nach krankhaften Veränderungen untersucht.

Die Hauptindikation zur Anwendung der Kapselendoskopie liegt in der Untersuchung des Dünndarms, wo sie einen festen Platz in der Diagnostik von Erkrankungen des Dünndarms hat. Insbesondere die unklare Blutung aus dem Gastrointestinaltrakt, bei der Magen- und Dickdarmspiegelung keinen Hinweis für eine Blutungsquelle erbracht haben, stellt die Hauptindikation für diese Form der Endoskopie dar. Die Kapselendoskopie hat aber sicherlich keinen Stellenwert für die Untersuchung von Speiseröhre und Magen und auch die Untersuchung des Dickdarms mit einer Kapsel konnte sich bislang nicht durchsetzen.

Wichtig zu bemerken ist, dass man sich für eine Kapselendoskopie mit einer gründlichen Darmreinigung vorbereiten muss. Die wichtigste Kontraindikation sind bekannte oder vermutete Engstellen (Stenosen) im Darm, da es hier zu einem Darmverschluss mit der Notwendigkeit einer Operation kommen könnte. Die Kapselendoskopie wird im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt. Die Kapsel wird am Vormittag des Aufnahmetages geschluckt, am nächsten Tag in der Früh erfolgt die Entlassung; die Aufnahmen können erst später ausgewertet und nachgereicht werden.

Natürlich können im Rahmen der Kapselendoskopie keine Interventionen durchgeführt werden: es ist z.B. nicht möglich Proben (Biopsien) zu entnehmen oder Blutungen zu stillen. Im Falle eines pathologischen Befundes muss daher dann eventuell eine Enteroskopie durchgeführt werden.